Krakant: Die Feste Jenseits

Gestern und heute besuchten die beste Freundin von allen und ich ein Tageslarp der Krakant-Orga namens “Die Feste Jenseits”. Es war Krieg gegen Torog-Nai, und dementsprechend gab es eine Menge zu Hauen.

Wir hatten beide eine Menge Spaß (nicht zuletzt, weil wir unverhofft gute Freunde getroffen haben), der lediglich dadurch getrübt wurde, daß wir heute morgen bis 9 Uhr abgereist sein mussten, weil durch ein Seifenkistenrennen im Dorf der einzige Zufahrtsweg zum Congelände (eine schöne alte Burg) blockiert wurde.

Was geschah:
Nachdem wir Freitag abend schon unser Cambio-Auto beladen hatten, standen wir am Samstag um halb acht auf, frühstückten noch ordentlich und machten uns dann auf den Weg nach Korschenbroich, einem kleinen Kaff Dorf in der Nähe von Mönchengladbach.

krakant-feste-jenseitsNach einer Stunde Fahrt waren wir dann auf dem Conparkplatz angekommen und wurden sofort problemlos von der SL zum Congelände geshuttlet, wo wir unser Zelt aufbauten und, wie schön erwähnt, unverhoffterweise ein paar bekannte Gesichter entdeckten.

Für diese Con hatten wir uns Zwergencharaktere gemacht. Dementsprechend warm war es unter unseren Klamotten, als wir in praller Sonne zum Einchecken watschelten. Das ging problemlos vonstatten, und bald wurden wir in den Wald geführt, wo wir dann eine ganze Weile warteten. Schließlich kam doch die Orga, entschuldigte sich für die Verspätung – man hätte noch auf Spieler gewartet – hielt eine angenehm pragmatische und kurze Ansprache, und dann erstürmten wir die Burg.

Nachdem dort auch der Wirt und seine Schankfrauen befreit waren, gab es erst einmal Mittagessen in der Taverne.

Den Tag über ging es dann mit einer Menge Kämpfe weiter, einem Ausfall in den Wald, um ein Torog-Nai Lager zu schleifen, diversen Angriffen auf die Burg – nichts, was den Intellekt großartig belastet hätte. Nachdem die Endschlacht gewonnen war, verbrachten wir noch einen feucht-fröhlichen Abend in der Taverne und gingen dann gegen ein Uhr schlafen – schließlich hatten wir uns vorgenommen, um sieben aufzustehen, um vor dem Seifenkistenrennen abgebaut und eingeladen zu haben. Das schafften wir problemlos (wenn auch etwas müde), stärkten uns noch mit einem Frühstück in der Taverne – es gab sogar frisches Rührei – und fuhren dann wieder heim.

Die Burg:
Das Liedberger Schloß liegt auf einem kleinen Hügel über dem malerischen Korschenbroich, das für seine jährlichen Seifenkistenrennen berüchtigt ist. Das Schloß selbst ist relativ klein und bis auf das Hauptgebäude und die Mauern auch mehr oder weniger verfallen, bot aber nichtsdestotrotz (oder gerade deshalb) ein sehr schönes Spielambiente. Das Zeltlager befand sich auf einer Wiese direkt vor der Burg. Zum Spielgelände gehörte auch noch ein Waldstück, aus dem wir anreisten und in dem wir feindliche Heerlager suchen konnten. Alles war angenehm frei von den Auswüchsen moderner Zvilisation.

Essen & Trinken:
Mittagessen und Frühstück waren lecker und reichlich (und im Conbeitrag enthalten). Die ganze Zeit über gab es nichtalkoholische Getränke und Obst kostenlos. Der halbe Liter Bier kostete einen Euro. Was will man mehr.

Die Taverne:
Diese war sehr nett mit Kerzenbeleuchtung im Keller der Burg eingerichtet. Hinter der Theke stand sogar stilecht eine Zwergenfrau mit Bart, die mit ihrer Axt auch häufiger half, ihr Reich zu verteidigen – ähnlich wie die anderen Schankfrauen, die sich mit Nudelhölzerner und Bratpfannen stets zu verteidigen wussten und mir sogar einen Heiltrank mit den Worten einflössten, sie könnten ja nicht zulassen, daß einer ihrer besten Kunden stirbt.

Der Plot:
Die Geschichte war denkbar einfach. Es gab eine Burg, und sowohl Krakant wie auch Torog Nai wollten sie haben. Der entstehende Interessenkonflikt wurde mit Waffen ausgetragen.
Für jede Charakterklasse war etwas dabei. Eine Menge Kämpfe für die Krieger (und somit auch genug zu tun für die Heiler), ein Wald mit Feindeslagern für die Späher und eine seltsame, untotenspuckende Barriere für Magier. Ich hatte nie den Eindruck, daß sich jemand langweilen würde.

Die Spielleitung:
Orga und SL waren sehr nett und stets gut an ihren dezenten schwarzen T-Shirts mit Krakanter Wappen zu erkennen. Die Con machte den Eindruck, sehr gut geplant zu sein, da wirklich alles reibungslos klappte. Das Gepäckshuttle holte uns direkt bei Ankunft ab, der Zeltplatz war groß genug, das Einchecken ging zügig vonstatten, es war (laut der besten Freundin von allen) stets Klopapier vorhanden, Kämpfe wurden praktisch nicht unterbrochen, der Plot passte in die vorhandene Zeit, und auch am nächsten Morgen stand schon ab halb acht das Gepäckshuttle bereit.
Selbst das verzögerte Time-In war wohl eher von verspätet angereisten Spielern verursacht als von (wie leider so oft) einer überforderten Orga.

Wie es hinter den Kulissen aussah, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber da die Herren und Damen in Schwarz stets sehr gelassen und entspannt wirkten, kann es auch dort nicht allzu hoch hergegangen sein.

Die Spieler:
Es waren etwa 100, dem Anschein nach hauptächlich erfahrene Spieler anwesend – mit einer Menge Blech am Körper. Jegliche Kostüme und Masken waren großartig gemacht und sehr schön anzusehen – ohne Ausnahme. Minderjährige Powergamer blieben uns erspart, die Spielatmosphäre war die ganze Zeit über sehr angenehm.

Da waren beispielsweise die Etrakliner Soldaten – eine mehr als 15-Mann starke Truppe, die hervorragend mit ihren Armbrüsten umzugehen verstanden, und eigentlich mehr an eine Truppe kaputter Marines in Vietnam erinnerten als an eine mittelalterliche Armee.

Oder die bocksbeinige, pferdefüßige, gehörnte Magierin, mit der wir des Abends in der Taverne über ihre verpfuschte Kindheit und alternative Arbeitsbereiche für Magier sprachen.

Oder der ältere Kämpfer in einer schwarzen Vollplatte (die mit ihrem Samtumhang genausogut von Graf Dracula hätte getragen werden können) der mit großartigem Akzent einen trockenen Spruch nach dem anderen brachte und so manchen anderen Spieler verstummen ließ.

Oder die beiden kampfwütigen Orks, die mehr als einmal Meinungsverschiedenheiten mit der Keule lösten.

Und nicht zuletzt der Inquisitor-in-spe, der öffentlich einen gefangengenommenen Torog-Nai-Krieger folterte, was mit einer Menge Kunstblut, -Gedärm und künstlichen Amputaten verbunden war. Dabei übte er seine Arbeit mit einer solchen Leidenschaft aus, daß ihm erst auffiel, die Befragung vergessen zu habe, als er das Herz des Opfers in seinen blutüberströmten Händen hielt.

Ganz großes Kino.

Die NSCs:
Die Nichtspieler waren alle gut ausgerüstet und verkleidet und lieferten faire und gute Kämpfe. Teilweise erschreckend gut. Zu Charakterinteraktion kam es eher selten, und wenn, dann spielte doch meist sehr schnell Stahl wieder die dominierende Rolle.

Ich hoffe, sie hatten mit uns genau so viel Spaß wie wir mit ihnen.

Hervorzuheben sind hier noch die Schankfrauen. Ich habe laut applaudiert, als sich eine von hinten an einen kämpfenden Torog-Krieger anschlich und ihn mit einem sauberen Schlag ihrer großen Bratpfanne niederstreckte.

Mein Fazit:
Eine toll organisierte Con mit guter Orga, Klasse NSCs und guten Spielern. Wir hatten jede Menge Spaß in schöner Atmosphäre. Die nächste Krakant-Con wird definitiv in meinem Terminkalender rot angestrichen.

Ein Kommentar zu “Krakant: Die Feste Jenseits”

  1. Krakant – LARP :: LARP Costumes, LARP kit, LARP FTW schreibt:

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