380km from home

Seit gestern bin ich offizieller Einwohner der Stadt Aachen – gekennzeichnet durch einen häßlichen und handschriftlich beschriebenen Aufkleber auf meinem Perso, wo vorher “Berdingstr. 4c, Hannover” stand. Wohnen tue ich hier seit dem ersten April, also zwölf Tage. Irgendwie kommt es mir kürzer vor.

Meine Zeit hier wird von dunklen Ereignissen überschattet. Eigentlich sollten wir am 3.4. Telefon haben. Das hatten wir auch, allerdings nicht mit der uns mitgeteilten Nummer, sondern der des Vormieters. Nach einigem Hin- und Her rief dann am Donnerstag (7.4.) der Techsupport der Telekom hier an und meinte, sie würden den Anschluß jetzt umstellen. Das klappte auch. Dann sagten sie den fatalen Satz:
“DSL sollte jetzt auch gehen.”
Ein kurzer Blick auf mein DSL-Modem zeigte eine rote Sync-Lampe.
“Moment, wir testen das kurz. – Also von uns aus müsste es gehen, was haben sie denn für ein Modem?”
Ein ECI-Telekom, keine sonstige Typbezeichnung.
“Ja, ECI Technik wird hier in Aachen leider nicht benutzt, sie brauchen ein Neues.”
Nach etwas Diskussion (der Mensch vom Support war sowohl nett wie auch kompetent) meinte er, ich sollte in einem T-Punkt die Situation schildern, dann könnten die mir ein subventioniertes Modem geben. Neu soll bei T-Online ein DSL-Modem 90 Euro kosten. Schlechter Scherz.
Am gleichen Tag Nachmittags im T-Punkt wurde ich wiederum sehr nett beraten, der Mitarbeiter schickte ein Fax irgendwohin und meinte, “Die müssten ihnen jetzt ein Modem zuschicken.”
Naja, vorsichtshalber schrieb ich gestern frustriert eine Beschwerdemail an die Telekom und bekam dann heute zwar kein Modem, aber einen Anruf von einer netten Frau aus der Beschwerdestelle. Letztlich führte das Telefonat dazu, daß ich ihr die DSL-Technik erklärt habe (und warum ich ein neues Modem brauche), die Telekom mir ein Modem für 10€ schickt und ich die 100€ DSL-Einrichtungsgebühr erlassen bekomme. Das entschädigt ganz ordentlich für zwei Wochen Isolation vom Web. (Per Modem surfen ist die Hölle.)
Freitag soll das Paket vom T-Versand aus Euskirchen kommen. Mit etwas Glück kommt an dem Tag auch das Paket von amazon.de mit den zwei Versionen von World of Warcraft drin.
Tschüß, Doktorarbeit.

Um mich herum türmen sich immer noch Umzugskisten voller Kram, von dem ich größtenteils gar nicht weiß, wo wir ihn vorher überhaupt gelassen hatten. Die Küche ist (dank eines Bosch Bohrhammers und einer Menge 10mm Dübel) inzwischen nahezu vollständig und vernünftig eingerichtet, so daß wir endlich nicht mehr mit Plastikbesteck essen müssen. Das Schlafzimmer sieht zwar aus wie ein Schlachtfeld, aber an die wichtigsten Klamotten kommt man auch heran.

Einige Dinge sind schon auf der M.I.A.-Liste. Sie sind bestimmt in irgendwelchen Kisten, wo wir sie nicht erwarten. Schmerzlich vermisst werden bis jetzt:

  • Ersatzklingen für meinen Rasierer
  • Das USB-Kabel zum Konfigurieren der Eumex-Anlage
  • Diverse Fernbedienungen
  • Die Broschüre “PJ in Aachen”

Dafür gibt es auch Erfolgserlebnisse. Größtenteils sieht die Wohnung ziemlich cool aus, gelbe Vorhänge im Schlafzimmer verbreiten morgens positive Energie, blaue Vorhänge im Arbeitszimmer (wo ich gerade an meinem Notebook sitze) sperren das Licht aus (das ist wichtig, denn es gibt schließlich eine Missiondisk für Doom 3).

Samstag waren wir bei IKEA. Mit dem Zug. Das war an sich zwar lustig, aber auch fatal: Wenn man lauter Mist bei IKEA kauft, ist man meist mit dem Auto da. So mussten wir zwei Regale und eine große blaue Tüte voll mit Gedöns durch den Zug schleppen. Ich kam mir vor wie ein Space Marine, der den 80er Plasmawerfer an die Front bringen muß. Nur der Exosuit fehlte mir. Sonntag tat mir alles weh.

Gleich muß ich mich zwischen Umzugskisten und KotoR entscheiden…

6 Kommentare zu “380km from home”

  1. Feyhach schreibt:

    Und gibt es irgendwen, der das Bild von ausgepackten Umzugskisten vor sich sieht, angesichts des letzten Satzes??

  2. [BRC]Pegasus schreibt:

    Ich will Dich ja nicht enttäuschen, aber die Doom 3 Mission-Disk wird nicht in Deutschland erscheinen. Aber Aachen ist ja nicht weit von der Grenze entfernt :)

  3. Marie-Luise schreibt:

    Was bedeutet “KotoR”? Ich war vor Jahren mal in Urlaub in der Bucht von Kotor, Ex-Jugoslavien, war sehr sonnig dort! Ansonsten, lieber Neu-Aachener, wirst du sicher in Aachen eine Adresse vermissen, die supertolle spare-ribs nach original canadischem Rezept, mit nichts zu vergleichender Sosse, anbietet!
    Ich kenne auch noch ein interessantes Kaffeerezept von “1873″, aber das führt jetzt zu weit. Cappucino ist schon o.k.

  4. Barbarossa schreibt:

    “KotoR” ist Star Wars Knights of the old Republic und die korrekte Frage hier lautet nicht KotoR oder Kisten, sondern eher Jedi oder Sith.

  5. Feyhach schreibt:

    Wo ist denn da die Frage?!
    *den leuchtend roten Hintergrund betrachtet* :D

  6. [gehirnstürm] » 2. Blogger-Geburtstag schreibt:

    [...] Recht genau 2 Jahren hab ich das Bloggen angefangen. Schuld daran war mein Lieblingsarzt, der ein paar Monate früher, anlässlich seines Umzuges in die Pampa nach Aachen, damit begonnen hatte. Ich fand das ganz [...]

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