Conbericht: Norador 3

Was geschah:
Die beste Freundin von allen und ich wollten endlich mal ein paar Freunden zeigen, was dieses “Larp” eigentlich ist, von dem wir immer erzählen. Insofern kam das Norador 3 ganz recht. Wir meldeten uns als NSCs an, verteilten unsere Ausrüstung diesmal auf fünf statt auf zwei Leute, bewiesen unseren Freunden, dass wir mir diesen Fünf und der Ausrüstung nicht in ein Auto passen (”Nein, auch nicht, wenn es ein Kombi ist”), ließen uns zwei Tage lang verhauen, lernten nette Leute kennen, mit denen wir Samstag Abend gepflegt feierten, und fuhren am Sonntag angenehm früh wieder nach Hause, schließlich gab es diesmal keine Zelte abzubauen.

Die Location:
Das EichenkreuzheimWir spielten auf dem Stammgelände der Norador-Orga, der Jugendherberge “Eichenkreuzheim” in der Nähe von Krefeld. Das Gelände war abgelegen, aber trotzdem relativ leicht zu finden und bestand aus dem Herbergsgebäude mit Wald und Feldern drumherum. Von außen war das Gebäude leider nicht besonders ambientig, insbesondere, da eine Menge Krempel (Geräte, moderne Zelte, Baumaterial, Kinderspielplatz) um die Herberge herumstand, der bespielte Innenraum war allerdings für Jugendherbergsniveau recht schön.
Der Bereich vor dem Gebäude, in dem hauptsächlich gekämpft wurde, war leider ein Kiesplatz, so dass spektakuläre NSC-Tode höchstens aus Versehen oder nur mit völliger Schmerzunempfindlichkeit möglich waren. Leider hatte ich auch Knie- und Ellenbogenschützer, auf die für NSC in der Einladung extra hingewiesen worden war, vergessen.
Der schöne Wald wurde leider nur wenig bespielt, allerdings war das ob des ungemütlichen Herbstwetters auch verständlich.

Orga:
Die Organisatoren und SL waren entspannt und routiniert. Einsatzbesprechungen für die NSCs waren ausführlich und übersichtlich. Es war immer jemand zur Hand, wenn man jemanden brauchte, und auf Anregungen wurde gern eingegangen. Unter diesen Umständen hat es Spass gemacht, NSC zu sein.

Plot:
Der Plot war klassische und bodenständige Warhammer-Fantasy. Die Spieler mussten sieben Teile eines Spiegels finden, bevor der böse Tzeentch-Hexenmeister es tat, und diesen dann natürlich töten. Das Ganze war gewürzt mit ein paar Überraschungen, dabei besonders hervorzuheben das Wettessen und -trinken gegen einen Barbarenstamm. Nichts Besonderes, aber flüssig, souverän und sogar im Zeitplan (!) inszeniert.

Spieler:
Größtenteils ältere und erfahrene Spieler, die vernünftig und ordentlich kämpften, spielten und angezogen waren. Das Gewandungsniveau bewegte sich im schönen Fantasy-Bereich, echte Ausreißer wären mir nicht aufgefallen.
Einzig schade fand ich, dass die obligatorische Samstag-Abend-Siegesfeier schon komplett im OT war, als ich noch versuchte, mir einen passenden Vorwand auszudenken, warum Ulf der Bauer ausgerechnet jetzt in die Taverne spaziert kommen musste. Als NSC war es mir egal, als Spieler hätte ich mich vermutlich ziemlich geärgert.

NSC:
Bei uns Prügelknaben war vom abgebrühten Alt-Larper bis zum knapp volljährigen Powergamer alles dabei. Die DPS-Deppen, wie ich sie irgendwann liebevoll nannte, hatten anscheinend noch nicht verstanden, dass es als NSC nicht ums Gewinnen geht, denn die Magier im Goth-Kostüm warfen schneller mit Feuerbällen und Verwandlungen um sich als mein WoW-Charakter. Davon abgesehen hatten wir mit der Mehrheit unserer Kollegen eine Menge Spass.
Unser äußerer Aufenthaltsbereich war leider für die Spieler einsehbar. Für uns nicht schlimm, aber als Spieler hätte es mich gestört, beim Weg in den Wald stets die Cola-trinkenden und OT-scherzenden NSC beobachten zu können.
Die Ausstattung für die NSC war etwas dürftig, aber ausreichend, da alle genug eigene Ausrüstung dabei hatten. Ein paar mehr Waffen wären nett gewesen.

Essen & Trinken:
Es gab Vollverpflegung auf normalem Jugendherbergsniveau, nichts besonderes. Freitag Abend gab es einen ordentlichen Nudel-Bolo-Auflauf, Samstag mittelmäßiges Kasseler mit Sauerkraut und später Abends noch eine seltsame Reispfanne. Das Frühstück war etwas unbefriedigend, da es nur wabbeligen Toast und weiches Brot gab. Hätten wir uns selbst verpflegt, hätten wir besser gegessen, hätten aber natürlich auch mehr Arbeit gehabt.
Für die NSCs standen immer genug Getränke, eine Palette Energy-Drinks und eine Senseo-Maschine mit ausreichend Pads zur Verfügung.

Taverne:
Der Aufenthaltsraum der Herberge war schön als Taverne hergerichtet und bei Kerzenbeleuchtung richtig gemütlich. Hier hielten sich auch hauptsächlich die Spieler auf. Es gab 0,33l Flaschenbier für 1€.

Fazit:
Bodenständiges Fantasy-Larp von einer routinierten Orga. Unseren drei Larp-Neulingen hat es Spass gemacht, und der besten Freundin von allen und mir auch. Wir sind gerne wieder als NSC dabei (dann aber mit Knieschonern), als SC bin ich jedoch kein großer Freund von Jugendherbergscons.

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