Tschö wa Klinikum

Mittwoch, 18. August 2010

Seit Anfang August arbeite ich wieder im guten alten M*****h*******. Wie ich in den letzten Tagen wiederholt feststellte, hat sich dort wenig geändert. Die alten Kollegen haben sich gefreut, mich wiederzusehen, und mir ging es nicht anders.

Da ich die angekündigten Berichte aus dem Klinikum stets schuldig blieb, will ich hier wenigstens ein abschließendes Resümee des sehr schnell vergangenen letzten Jahres liefern.

Ich wurde im Klinikum freundlich aufgenommen, die Arbeitsatmosphäre innerhalb der Anästhesieabteilung war wie gewohnt sehr kollegial und hilfsbereit, aber allein durch die schiere Menge an Kollegen war alles etwas unpersönlicher. Ich führte Narkosen bei vielen spannenden OPs durch, von denen ich vorher nur gelesen hatte, ich habe auch sonst einiges gesehen und gemacht, was ich außerhalb einer Uniklinik wahrscheinlich so schnell nicht wieder sehen oder machen werde, und es gab eine Menge tolles Spielzeug (beispielsweise den Dräger Zeus).

Die Bereitschaftsdienste waren grässlich. Für gewöhnlich arbeitete man durch, und in den Nächten lag man selten mehr als zwei oder drei Stunden im Bett.

Ab Mitte April arbeitete ich bei der Feuerwehr als Notarzt. Diese knapp vier Monate vergingen wie im Flug und waren sehr spannend und abwechslungsreich. Die Feuerwehrmänner waren alle unglaublich freundlich und ich hatte eine Menge Spass dort, so makaber das angesichts der Art der Arbeit klingt. Wirklich schreckliche Notfälle habe ich keine erlebt – ich musste also nicht ständig eingeklemmte Menschen aus Autowracks befreien, in Blut waten oder heroisch auf Brustkörben herumkloppen.

Mein Fazit: Es war eine sehr lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte, und ich hätte gerne auch noch ein halbes oder ganzes Jahr länger im Klinikum gearbeitet. Zumindest als Notarzt kann ich noch nebenbei weiterarbeiten. Ich glaube allerdings nicht, dass universitäre Medizin eine langfristige Karriereoption für mich wäre.

Bilder behinderter Menschen

Samstag, 31. Juli 2010

Seit einiger Zeit befindet sich neben der besten Dönerbude von allen unten im Haus, in dem ich wohne, das Atelier der Künstlerin Emira Basic. Sie schreibt auf ihrer Homepage:

Heute fertige ich eine Reihe Porträts geistig behinderter Menschen an, [...]

Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

Bilder von behinderten Menschen

Pentax Optio H90

Donnerstag, 1. Juli 2010

Das einzig gute am Gerät: Das DesignVon aktueller Plakatwerbung und dem ungewöhnlichen Design des Gerätes geblendet, kaufte ich mir in einer für mich untypischen Impulshandlung die Pentax Optio H90, eine kleine Digitalkompaktkamera.

Der erste Eindruck war positiv, der Akku in weniger als zwei Stunden geladen, die Konfiguration und Menüführung der Kamera unproblematisch. Während der ersten Feldversuche überzeugte das große, übersichtliche Display und die schnelle Reaktionszeit von Autofokus und Auslöser. Einzig etwas überflüssig muteten die teilweise sehr speziellen Motivprogramme an, die sich letztlich nur auf die Farbbalance des Bildes auszuwirken schienen.

Soweit war ich mit der Kamera sehr zufrieden.

Dann schaute ich mir die Photos auf meinem Rechner an, und traute meinen Augen nicht.

Einzig bei blauem Himmel und Sonnenschein geschossene Photos zeigten so etwas wie Schärfe und Farbbrillianz. Schon bei leicht bedecktem Himmel (geschweige denn Abends oder in Gebäuden) aufgenommene Bilder waren verwackelt und sahen in nativer Auflösung eher wie Aquarelle aus. Erst auf die Hälfte oder ein Viertel der Auflösung herunterskaliert erreichte man halbwegs akzeptable Qualität. Dazu brauche ich keine 12 Megapixel.

Das folgende Photo wurde in der Mittagssonne am Aachener Lousberg aufgenommen (Belichtung: 1/800, ISO: 80). Deutlich herunterskaliert sieht es ganz passabel aus:

Gute Qualität, skaliert

Aber in der nativen Auflösung entdeckt man selbst bei diesen Idealbedingungen schon deutlich verwaschene Konturen und Farben:

Gute Qualität, native Auflösung(Weitere Beispielbilder unter schlechteren Bedingungen am Ende des Postings.)

Auch der 5-fach optische Zoom war zwar initial recht beeindruckend, verstärkte den Verwackelungseffekt jedoch ins Extreme, so dass die so aufgenommenen Photos praktisch unbrauchbar waren – selbst bei guter Belichtung.

Einzig die Videofunktion befriedigte halbwegs, allerdings wurde die angepriesene 720p-Auflösung nicht annähernd ausgenutzt, die Qualität entsprach eher einer schlecht hochskalierten DVD. Für den Hausgebrauch allerdings ganz akzeptabel.

Gestern bekam ich die Mail von Amazon, dass meine Rücksendung akzeptiert und der Kaufpreis mir gutgeschrieben sei. Ich werde wohl doch etwas mehr Geld ausgeben müssen. Bis dahin benutze ich meine gute alte Sony Cybershot DSC-P51 weiter, die mit nur 2 MP auch heute noch bessere Bilder als dieses Megapixel-Monster macht.

Nach dem Break noch einige Beispielphotos.
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Conbericht: Unter Ahlfelds Fahne

Dienstag, 29. Juni 2010

Ein Haufen LandsknechteVor zwei Wochen besuchten die beste Freundin von allen und ich die Con “Unter Ahlfelds Fahne” auf dem Jugendzeltplatz “Am Pfaffenwäldchen” in Rhens. Letztes Jahr hatten wir dort schon die “Turniertage” der gleichen Veranstalter besucht.

Dieses Mal stellte der Herr Ritter von Ahlfeld eine Armee auf, um gegen die Ismiten ins Feld zu ziehen. Es gab eine ausführliche Musterung, viele Manöver und einige kleine Zwischenfälle.

Dieses Video zeigt eines der Manöver (Links zu weiteren Videos am Ende des Postings):

Da ich mal wieder mehr geschrieben habe, als ich eigentlich wollte, geht es hier weiter.
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Kunststopfen Returns

Donnerstag, 24. Juni 2010

Im Januar 2008 dachte ich, es hätte aufgehört. Nachdem ich einen letzten Hinweis gefunden und eine Theorie entwickelt hatte, wurde es still um die geheimnisvollen gelben Schilder. Vielleicht hatten sie Angst. Vielleicht war ich zu nah dran, alles aufzudecken, und sie mussten sich eine Weile ruhig verhalten.

Doch diese Woche, auf dem Heimweg von der Nachtschicht, ich hatte mir gerade Brötchen gekauft, fielen meine Augen zufällig auf ein Schaufenster in der Lothringer Straße.

Es breitet sich weiter aus

Lähmende Panik breitete sich in mir aus. Wie in Trance griff ich zum Photoapparat und dokumentierte das Unvorstellbare. Ich bemühte mich, möglichst beiläufig auf mein Fahrrad zu steigen und fuhr heimwärts, meine Gedanken in Aufruhr. Sie waren zurück.

Tessellation

Donnerstag, 27. Mai 2010

Ich habe mir vor kurzem eine neue Graphikkarte aus dem Hause Nvidia gegönnt, die das sagenumwobene “Tessellation” beherrscht. Dieses soll durch Interpolation die Oberfläche von 3D-Objekten mit deutlich mehr Polygonen, und damit glatter bzw. detailreicher darstellen.

So richtig neu ist das nicht. Vor ein paar Jahren hatte ATI das auch schon unter dem Namen “Truform” auf den Markt gebracht. Leider wurde es damals von keinem Spiel richtig unterstützt und geriet schnell in Vergessenheit.

Um mir das Feature mal genauer anzuschauen, installierte ich das “Heaven“-Benchmark von Unigine, startete es mit aktivierter Tessellation und wunderte mich erst einmal über die niedrige Framerate. Dann deaktivierte ich Tessellation, rieb mir die Augen, aktivierte es wieder und starrte eine Weile ungläubig auf meinen Bildschirm.

Für alles weitere spare ich mir die Worte und lasse Bilder sprechen. Links mit Tessellation, rechts ohne. Ich empfehle, die großen Bilder anzuschauen und auf Details wie Steine und Seile zu achten. Wer keinen Unterschied sieht, soll weiter Farmville spielen.

Tessellation Beispiel 4
Tessellation Beispiel 2
Tessellation Beispiel 3
Tessellation Beispiel 1

Die PC Games hat in diesem Artikel noch ein paar deutlichere Screenshots.

Conbericht: Thorlande 6

Mittwoch, 26. Mai 2010

Vorletztes Wochenende, vom 13. bis 16. Mai, besuchten die beste Freundin von allen und ich das “Thorlande 6 – Deus Ex Machina” auf dem Utopion-Gelände in Bexbach. Es war unsere zweite Con in den Thorlanden (einer Provinz Aturiens), und als ich gerade meinen Bericht der letzten Con las, fiel mir auf, dass ich diesen eigentlich nahezu komplett abschreiben könnte.

Was geschah:
Wir versuchten, mit einem völlig überladenen Opel Combo eine Abkürzung zu nehmen, fluchten über die niederländische Straßenbeschilderung, kamen irgendwann doch noch an, bauten unter neidischen Blicken unser neues Speichenradzelt erstmals auf und zogen uns hektisch blau-weiß an.

Oh Jochrim!Nicht viel später verkloppten wir Dämonen, Naturwesen, Trolle und noch allerlei anderes Gezücht, richteten einen Hexerlehrling hin, schlachteten ein Schaf, wurden Zeuge eines surrealen Geburtstagsgrußes, sangen, beteten und riefen bestimmt 1000 Mal “Oh Jochrim”, exorzierten einen dämonischen Helm, besuchten leider viel zu früh und doch zu spät die Heimat der Lichtritter und schalteten GLaDOS eine komische gnomische Portalmaschine ab.

Am Sonntag räumten wir routiniert auf, stellten fest, dass sich eine Maus durch unsere Bodenplane gefressen hatte, fuhren in einem völlig überladenen Opel Combo 300 Kilometer zurück nach Aachen, nahmen keine Abkürzung, räumten unseren Krempel wieder weg und versuchten irgend eine Möglichkeit zu finden, den nassen Zeltboden zu trocknen.

Der Plot:
Ein schöner High-Fantasy Plot um einen Gnom, dessen Teleportationsmaschine sich selbstständig gemacht hatte und somit einen hervorragenden Vorwand bot, uns ständig mit den abstrusesten Gegnern oder Szenarien zu bespaßen. Die einzelnen Plotstränge waren zwar etwas verworren, und als die letzte Schlacht geschlagen war, erwarteten wir eigentlich noch mehr, aber vielleicht lag das auch daran, dass wir uns große Mühe gegeben hatten, alles, aber wirklich alles, misszuverstehen.

Der Gnom bot als Zentrum der Problematik auf jeden Fall eine nette Abwechslung zum üblichen Hexer-Lich-Dämon-Ding. Schade war nur, dass der schöne Kampagnenauftakt vom Thorlande 5 nicht weitergeführt wurde.

Die SL:
Routiniert, stets freundlich und immer für Lob und Kritik zu haben. Auch diesmal leider hauptsächlich in ambientefeindlichen Regenklamotten statt Gewandung, allerdings sei es ob des Wetters entschuldigt.

Die Spieler:
GolgaritenVom Fighter-Mage in Schnürlederhose und Piratenhemd (natürlich mit zwei Kurzschwertern bewaffnet) bis hin zu einem grandios ausgestatteten Golgari-Orden war alles dabei, und wir hatten eigentlich mit den meisten unseren Spaß.

Die NSCs:
Hochmotiviert und größtenteils sehr schön (oder zumindest sehr kreativ) verkleidet. Die Kämpfe waren fair und immer mehr auf gute Show als auf Gewinnen ausgelegt. Die NSCs waren für jeden Blödsinn zu haben – sogar eine Schafherde, die von der Gnomenmaschine heranteleportiert worden war, spielten sie bis zum bitteren Ende.

Das Gelände:
Die TaverneDas Utopion-Gelände ist sicherlich vielen schon ein Begriff. Seit unserem letzten Besuch hat sich dort nicht viel geändert, allerdings sind inzwischen Toilettenwagen und Materiallager hinter Holzzäunen versteckt.

Das Wetter:
Ein Wort: Beschissen. Ungemütlich, kalt und verregnet. Gegen Samstag wurde es besser, so dass man am Sonntag zumindest trockene Zelte abbauen konnte. Trotzdem des Monats Mai unwürdig.

Essen & Trinken:
Selbstversorgung an der Grenze zur Dekadenz.

Die Taverne:
Gemütlich und fest eingerichtet in einem der Häuser des Geländes. Es gab vernünftiges 0,33l Flaschenbier für 1€, auch sonst waren die Preise zivil.

Fazit:
Eine schöne Fantasy-Con in gewohnter Qualität. Ich werde auch in Zukunft dabei sein.

Conbericht: Histoires Vexinoises V

Dienstag, 4. Mai 2010

Mit massiver Verspätung hier endlich der Conbericht zum Histoires Vexinoises V. Eine so grandiose Con verdient auch entsprechendes öffentliches Lob. Besser spät als nie.

Was geschah:
Das Ehepaar MartelleAm Wochenende vom 20. bis zum 22.11.2009 besuchten die beste Freundin von allen und ich das Histoires Vexinoises V – “Les Secrets des Jours Perdus” im Naturfreundehaus Schneegrund bei Hessisch Oldendorf. Dank Google Maps und guter Wegbeschreibung fanden wir den designierten Parkplatz recht schnell. Von dort wurden wir zum Naturfreundehaus gefahren, richteten uns dort ein, zogen uns um und trafen einen alten Freund, der ohne sein oder unser Wissen zufällig im gleichen Zimmer wie wir gelandet war.
Wir begannen mit einer sehr stimmungsvolle Anreise bei Fackel- und Laternenschein, fanden ein verwüstetes Haus, einen Werwolf, mehrere Wildschweine, einen Hirsch, diverse verwirrende Schriften, sprachen zwei Tage lang mit albernem französischem Akzent, weihten einen Brunnen, erstachen den Werwolf mit einem Kerzenhalter und hatten vor allem die ganze Zeit jede Menge Angst.
Sonntag brachen wir früh auf, machten einen Abstecher über Wuppertal, wo wir eine Mitspielerin absetzten, fanden ohne Zwischenfälle nach Hause und versuchten verzweifelt, den Akzent wieder abzustellen.

Die Location:
Das Naturfreundehaus Schneegrund liegt tief im Wald und sieht tatsächlich wie ein kleines altes Gutshaus oder Chateau aus. Die wenigen modernen Anteile ließen sich gut ausblenden. Die zwei gemütlichen Aufenthaltsräume im Inneren schufen durch liebevolle Dekoration und den völligen Verzicht auf elektrisches Licht ein großartiges Ambiente. Die eigentlichen Zimmer waren spartanisch und weniger schön, allerdings ging man dort auch nur zum Schlafen hin. Wenn man denn schlafen konnte.
Die Umgebung bestand aus einer Menge Wald, der bis auf einen Wanderweg unberührt war. Nur ein paar Radfahrer am Samstag störten uns kurz.

Der Plot:
Die vexinische Kirche heuerte an, um ein altes Chateau für den Orden wieder herzurichten. Insofern bestand unsere kleine Expedition hauptsächlich aus Handwerkern, Schreibern, Tagelöhnern, Priestern, einem Ritter mit seinem Knappen und einigen wenigen Söldnern.
Im Chateau angekommen, zeigte sich schnell, dass irgend etwas nicht mit rechten Dingen vor sich ging. Seltsame Veränderungen von Heiligenbildern, mysteriöser Nebel aus einem Zimmer, Geheul aus dem Wald und aggressive Wildtiere lehrten uns das Fürchten. Es entfaltete sich eine bodenständige, tragische Gruselgeschichte um ein Familiendrama und einen Werwolf, verlorene Liebe und einen Schatz.
Glaubten wir am frühen Samstag Abend, mit dem Weihe eines verwunschenen Brunnens das Problem gelöst zu haben, wurden wir mit Einsetzen der Dunkelheit eines besseren belehrt. Der Werwolf tauchte abermals auf und tötete fast die Hälfte der Anwesenden, bis er schließlich mit Hilfe des einzigen verfügbaren silbernen Gegenstandes, einem Kerzenleuchter, selbst getötet wurde. So offenbarte er schließlich seine menschliche Identität und seinen Platz im Familiendrama.
Nach dem eigentlich üblichen Samstag-Abend Besäufnis stand danach aber niemandem mehr der Sinn.

Die Spieler/NSC/gSC:
Wir spielten sogenannte “gecastete SC”: Von der SL vorgegebene Charaktere, jedoch mit voller Handlungsfreiheit. Unsere Charaktere waren ein frisch verheiratetes Pärchen aus einer nahe gelegenen Universitätsstadt, die sich als Schreiber verdingten.
Insgesamt war nicht feststellbar, wer Spieler, gecasteter Spieler oder Nichtspieler war. Alle Beteiligten spielten ihre Charaktere glaubwürdig und konsequent, oft bis in den Tod. Es gab keine Krieger, Magier oder Paladine, nur ganz normale Menschen, die versuchten, ein neues Leben zu beginnen und oft von der Situation völlig überfordert waren.
Auch das sehr hohe Gewandungsniveau (in etwa mit den Turniertagen vergleichbar, nur nicht so prächtig) hatte Anteil an der Glaubwürdigkeit der Charaktere.

Orga:
Die Organisatoren waren selbst als (Tier)-NSC oder pöbelnder Spießer im Spiel integriert, stets freundlich und sehr souverän. Mir fällt keine Kritik ein, nur viel Lob für eine reibungslos organisierte Veranstaltung.

Essen & Trinken:
Es gab vom Naturfreundehaus gestellte Vollverpflegung. Es war stets genug zu Trinken im Gemeinschaftsraum, das Frühstück war mit ungetoastetem Toast und Tütenbrot etwas kläglich, aber es gab genug Kaffee. Samstag Abend gab es Kassler und Grünkohl in ausreichender Menge. Wie meistens bei Vollverpflegung habe ich schon öfter besser und oft schlechter gegessen. Satt wurde man auf jeden Fall.

Fazit:
Grandios. Im Prinzip ein LRP: Kaum Action, sehr viel RolePlay. Es gab nur die zwei Regeln, mehr brauchte auch keiner. Vexin wird mich (so es mir denn möglich und gestattet ist) ab jetzt häufiger sehen.

Photos der Orga gibt es unter diesem Link zu sehen.

Elf Fantasy Fair 2010

Samstag, 1. Mai 2010

Kasteel de HaarAm letzten Samstag besuchten die beste Freundin von allen und ich die “Elf Fantasy Fair” in Haarzuilens in der Nähe Utrechts. In Ermangelung eines eigenen Fahrrads musste ich mir ein Hollandrad leihen, was schon das erste Abenteuer des Tages darstellte, da dieses Fahrrad keine Gangschaltung und lediglich eine Rücktrittbremse besaß. Glücklicherweise sind die Niederlande sehr flach, so dass ich weder viel schalten hätte wollen noch bremsen musste.

Vor der KasseAls wir vor Ort eintrafen, fiel uns sogleich die beeindruckende Burg, das “Kasteel de Haar” auf, die wohl größte Burg der Niederlande. Auf dem weitläufigen und abwechslungsreich gestalteten Parkgelände tummelten sich Unmengen von Besuchern und Ausstellern. Bevor wir uns allerdings darunter mischen konnten, mussten wir eine ganze Weile für Eintrittskarten anstehen. Da viele der Besucher großartig verkleidet waren, wurde es aber nicht langweilig, und nach einer guten halben Stunde konnten wir dann das eigentliche Gelände betreten.

Follow the white Rabbit, Neo.Von imperialen Sturmtruppen über Wikinger-Reenacter, Steampunker, Larper, Cosplayer, Bodypainter, Damen in riesigen Renaissance-Kleidern, Piraten und Endzeit-Soldaten bis hin zu Techno-Goths war alles an Publikum, Aus- und Darstellern und Kostümen vertreten, was man sich unter “Fantasy” auch nur entfernt vorstellen konnte.

VerkaufsbudenUm den Barockgarten vor der Burg und um die Burg selbst standen allerlei Buden, die hauptsächlich Gothklamotten, den üblichen Esoterik-Nippes, billigen Schmuck aber teilweise auch einfach Fantasy-Bücher oder Schminke verkauften. Im Park und durch den Wald hinter den Gebäuden gab es dann einen großen Rundweg, an dem sich die für uns interessanten Stände und Lager befanden.

Endzeitler mit Bike und SägeUnser Rundgang begann mit der “Medieval Road”, an der sich ebenfalls wieder Verkaufsstände dicht aneinanderreihten, die hier jedoch dem Namen entsprechend historische oder fantastische Stoff- und Lederwaren, Lagerausrüstung, Waffen und Rüstungen feilboten. Ein Großteil der Händler schien aus Deutschland zu kommen, und es waren auch einige bekannte Gesichter dabei. Wir kauften einen breiten Gürtel, ein paar perfekt sitzende Lederhandschuhe, eine gepolsterte Bundhaube, zwei eichene Bierhumpen (die dem Bier einen leckeren, whiskyartigen Nachgeschmack verleihen, daraus schmeckte sogar Heineken) und einen doofen Hut.

GondorGlücklicherweise wurde unser finanzieller Ruin durch das Ende der Verkaufsstraße und den Beginn der Darsteller-Lager abgewendet. Dort befanden sich neben historischen Darstellern auch Gondorianer und Bilbo Baggins Festplatz. Sehr erfreut waren wir über die Anwesenheit einer niederländischen historischen Fechtschule, die auch in der Nähe Utrechts trainiert.

So jung und schon bei den Sturmtruppen?Auf einer großen Wiese war ein Schießstand für Bogenschützen aufgebaut, mit einer entsprechenden Menge Bogenverkäufern davor. Da die wirklich schönen Bögen alle mehrere hundert Euro kosteten, fiel es mir glücklicherweise nicht schwer, zu widerstehen. Dazwischen verteilt gab es auch ein paar eher kleine Larp-Lager, am spektakulärsten waren noch die Endzeitler und die imperialen Sturmtruppen.

Der Festplatz aus der FerneWeiter auf dem Weg folgten ein paar wohl bekannte große deutsche Larpausstatter, und gegen Ende der Runde häuften sich dann wieder die Esoterik-Büdchen, durchsetzt mit ein paar Bodypaintern. Auf einer großen Wiese hinter der Burg war eine von Getränke- und Fressständen umzingelte Bühne aufgestellt, auf der diverse Bands auftraten. Leider bestanden sowohl die Bühne als auch die meisten Stände aus dem sonst eher auf Musikfestivals üblichen Stahl und Plastik, so dass es dort leider keine gemütliche Mittelaltermarkt-Atmosphäre aufkam. Auch war die Auswahl an Essen und Trinken eher uninteressant.

Verdammt coole SteampunkerWir flanierten noch etwas umher – mehr der Besucher als der Aussteller wegen – und kamen gerade rechtzeitig an einer etwas abgelegenen Bühne vorbei, um einem recht sehenswerten Kostümwettbewerb beizuwohnen. Allerdings war ein Großteil der nicht daran teilnehmenden Zuschauer mindestens genau so gut kostümiert wie die Wettbewerber.

Ein doofer HutGegen Abend machten wir uns dann auf den Rückweg nach Utrecht, mangels anderer Transportmöglichkeiten musste ich meinen doofen Hut auf dem Kopf und den Humpen am Gürtel tragen.

Mädchen in KugelEs war alles in allem ein sehr abwechslungsreicher Tag bei wunderschönem Wetter. Auch wenn mich die unschönen Plastikstände oft gestört haben, wurde dieses durch die Vielfalt der Aussteller, und damit auch der Besucher, wieder wett gemacht. “Fantasy Fair” ist schon die passende Bezeichnung für die Veranstaltung, die sich irgendwo zwischen Mittelaltermarkt, Convention, Festival, Familienevent und großer Party ansiedelt. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei.

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Montag, 12. April 2010

Wie schnell die Zeit doch vergeht, wenn man Spaß hat. Fünf Jahre wohne ich jetzt schon in diesem Kaff der schönen Stadt Aachen, bin im vierten von fünf Jahren der Weiterbildung zum Facharsch Facharzt für Anästhesie, und arbeite im Zuge dessen seit acht Monaten in der hiesigen Uniklinik.

In diesem letzten Jahr sah ich meinen ersten 3D-Film, reparierte mit der besten Freundin von allen endlich unseren Balkontisch, lernte Eszet-Schokolade kennen, besuchte mal wieder ein norddeutsches Dorf, musste mich von meinem liebgewonnenen Fahrrad trennen und trank einen Sixpack Duff-Bier.

Ich schrieb, dem Abwärtstrend folgend, nur 44 Blogpostings, verglichen mit noch 96 im Jahr zuvor. Das ist zum Teil sicher Twitter und Facebook geschuldet, mit denen man seinen Mitteilungs- und Selbstdarstellungstrieb einfacher und schneller befriedigen kann als mit einem ordentlich geführten Blog, zu anderen Teilen aber auch längeren Arbeitszeiten in der Uni, endlich regelmäßiger sportlicher Betätigung und immer noch dem Kampf gegen einen gewissen Herrn Arthas Menethil.

Die längst überfällige Generalüberholung des Blogs (Software und Design) wird somit auch noch auf sich warten lassen. Um also Bezug auf das letzte Jahrestagsposting zu nehmen: Round five – Arthas wins.

Round six – fight!


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